Beitrag zum Kunstverständnis
Auch die vierte Veranstaltung des von braun – Ideen aus Stein, Amstetten/Tübingen, ins Leben gerufenen Wettbewerbs „Kunst auf Straßenpflaster“, die am 12. Juli 2008 zum zweiten Mal in Ulm stattfand, ist trotz regnerischen Wetters wieder ein großer Erfolg geworden.
Der Wettbewerb, mit dem sein Initiator Albrecht Braun jungen Künstlern den Berufsstart erleichtern und zugleich die Gattung Straßenpflasterkunst von ihrem stiefmütterlichen Image befreien möchte, führte in der Ulmer Innenstadt 30 junge Kunststudentinnen und -studenten aus ganz Deutschland und Schülerinnen und Schüler aus den Oberstufen regionaler Gymnasien zusammen. Im Gespräch mit den Passanten ergaben sich während der Arbeiten zahlreiche Kontakte, bei denen die Jugendlichen ihre auf 2 x 2 m Pflasterfläche gebrachten Ideen erläuterten und mit wechselnden Erfolgen einen Zugang zu ihrer Kunst herzustellen suchten.
Ihre Kreativität umfasste die gesamte Breite künstlerischer Darstellungsformen, mehrdimensionale Installationen, Skulpturen, Objekte, interaktive Straßenkunst sowie Flächenmalereien. Das Themenspektrum war ebenfalls breit angelegt und schloss gesellschaftskritische ebenso wie einfache zwischenmenschliche Situationen beschreibende Inhalte ein oder beschränkte sich auf aktuelle Fragen mit großem Tiefsinn.
Die Entscheidung über die Verteilung der Preise fällte eine hoch kompetente Jury noch am gleichen Tag. Sie fiel, wie der Jury-Vorsitzende Prof. Ulrich Klieber von der Hochschule für Kunst und Design Halle mitteilte, einstimmig aus. In der Gruppe der Studenten ging das erste Preisgeld mit 1.000,- € an Nadine Pasianotto von der Hochschule für Bildende Künste Saar für die Arbeit „Strandalltag“, ein dreidimensionales Stilleben aus Sand, das sich nach Meinung der Jury durch die konsequente Umsetzung der Idee und seine „fast malerische“ Qualität auszeichnete. Bei den Oberstufenschülern regionaler Gymnasien konnte sich Maria Karrasch, Abiturientin des Robert-Bosch-Gymnasiums Langenau, mit ihrem Werk „Zeitfrage? – Frage der Zeit“ gegen ihre Mitbewerber durchsetzen. Eine zeichnerisch und malerisch hervorragende Leistung“, befand die Jury, bei der „Form und Inhalt gelungen und stimmig“ ausfielen.
Albrecht Braun, Initiator des von pro arte ulmer kunststiftung ausgerichteten Wettbewerbs, betonte vor der Preisverleihung seine Absicht, auch künftig die Förderung junger Künstler zu unterstützen. Die fünfte Auflage von „Kunst auf Straßenpflaster“ soll 2012 wiederum in Ulm veranstaltet werden.
Der Wettbewerb wurde neben braun –Ideen aus Stein von den Unternehmen BetonMarketing Süd (Ostfildern), Mareis Druck (Weißenhorn), der Sparkasse Ulm und Regio TV Schwaben gesponsert.