Amstetten. Die spannendste Frage stand eigentlich erst am Ende eines sehr gut besuchten Kundenseminars von braun – Ideen aus Stein auf der Tagesordnung:
Wie können gute Leistungen mit besseren Preisen am Markt durchgesetzt werden?
Über 250 Teilnehmer aus Garten- und Landschaftsbaubetrieben, Bauunternehmen und Baustoff-Fachhandel folgten jedoch in der Aurainhalle in Amstetten mit großem Interesse auch schon vorher den Darlegungen der Referenten, die sich mit weiteren derzeit brennenden Fachthemen aus dem Pflasterbau und dem aktuellen Angebot moderner Produkte beschäftigten. Albrecht Braun, geschäftsführender Gesellschafter des gastgebenden Unternehmens braun – Ideen aus Stein, warb in seiner Begrüßung um mehr Selbstbewusstsein und Mut bei der Preisgestaltung für die eigene Leistung und um Aufmerksamkeit für das breite Spektrum neu entwickelter Erzeugnisse der Baustoffindustrie: „Wir müssen von unserer eigenen Leistung überzeugt sein, um ihren Preis am Markt besser durchsetzen zu können.“
Zum Auftakt des Seminars hatte der Veranstalter den freischaffenden Landschaftsarchitekten und öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen der IHK Lübeck für Garten- und Landschaftsbau, Dr. Dipl.-Ing. Sönke Borgwardt geladen, der sich mit der Bedeutung von Bettung und Fuge im Pflasterbau beschäftigte. In einer kritischen Betrachtung von grundlegendem Wissen in der Pflasterbauweise empfahl Borgwardt Planern, Ausschreibenden, Ausführenden und Lieferanten dringend die Nutzung von Profilen wie sie sich aus den notwendigen Anforderungen der verschiedensten gesetzlichen Regelwerke im Pflasterbau ergeben und wie sie von Herstellern und Fachleuten in Produktdatenblättern erarbeitet und Anwendern unverbindlich zur Verfügung gestellt werden.
Nach mehreren Fachreferenten aus dem Haus braun – Ideen aus Stein setzte der zweite externe Referent, Prof. Dr. Martin Fassnacht, Lehrstuhlinhaber für Betriebswirtschaftslehre an der WHU – Otto Beisheim School of Management in Vallendar, den spannenden Schlusspunkt unter die Fachtagung. Der Marketing-Experte referierte über das Thema „Pricing – Mut zum Preis-Leistungsdenken in Handel und Verarbeitung“.
Die unbefriedigende Ertragsentwicklung von Unternehmen der Baustoff- und GalaBau-Branche sei, so Fassnacht, typisch für Marktteilnehmer, die auf reifen Märkten mit eingeschränktem Wachstum agieren. „Kampfpreise“ böten in dieser Situation keine Lösung des Problems. Dem Preis als stärkstem Gewinntreiber neben Mengenausweitung und Kostenreduzierung komme daher als Gewinnhebel die größte Bedeutung zu.
Pricing-Prozesse haben laut Fassnacht alle Aspekte von der Strategie über die Preisdurchsetzung bis hin zur Überwachung zu erfassen. Der Prozess des Preismanagements erstrecke sich so über fünf Phasen: Strategische Vorüberlegungen, Analyse der vorliegenden Informationen, Entscheidung über Preisstruktur und Preisniveau, Durchsetzung der Preisentscheidung und schließlich die Überwachung der Preisrealisierung.