
Das Leben als Reise mit vielen Stationen
Eine Installation mit 788 Gläsern mit Eingewecktem bildet den Grundriss ihrer derzeitigen Küche nach und steht für einen „Bauabschnitt“ im Leben der Künstlerin Lena Röth. Bedingt durch 17 Umzüge in der Zeit von 1979 bis 2010 setzt sich das Leben der 31jährigen aus zahlreichen Bauabschnitten zusammen. Ihre Kunst ist daher die Auseinandersetzung mit wechselnden Wohnorten, dem Leben als Reise und dem Begriff Heimat als Beziehung zwischen Mensch und persönlichem, sozialem und kulturellem Raum. Die 8. Ausstellung der SteinGalerie von braun – Ideen aus Stein in Amstetten zeigt diese und weitere Installationen und Zeichnungen von Lena Röth, die beim Kunstwettbewerb „Artist at Work“ 2006 für ihre Skulptur „Elternhaus“ mit dem 1. Preis ausgezeichnet wurde. Neben den aktuellen Werken ist in der zur SteinGalerie gehörenden ehemaligen Schlosserei auch diese Installation aus Santuro® Sandsteinbeton zu sehen. Eine Arbeit, die ebenfalls die zahlreichen Wohnortwechsel, die vielen „Heimate“ der Künstlerin thematisiert und künstlerisch umsetzt.
In ihrer Vernissagerede stellte Dr. Eva-Marina Froitzheim, Leiterin der Städtischen Galerie Böblingen, die Kunstwerke von Lena Röth in einen biografischen Kontext. „Bauabschnitt“ als Titel und Thema der Ausstellung ist die Rekonstruktion der eigenen Identität mit künstlerischen Mitteln, doch da sie weder beschreiben, noch interpretieren sind sie unabhängig von der Person der Künstlerin und stehen ganz allgemein für zurückgelegte Wegstrecken des Lebens. Form, Farbe, Licht, Statik und Balance – wesentliche Merkmale von Kunst - kennzeichnen die Arbeit von Lena Röth, die mit ihrer Installation übereinander gestapelter Einweckgläser die Sehnsucht ausdrückt, das Vergangene als Teil des Lebens bildhaft festzuhalten“.
Die Zeichnungen der Künstlerin führen das Thema Heimat mit anderen Mitteln fort. „Mein Leben via Michelin“ zeigt Fragmente aus Google Earth und Google Maps, reduziert auf den direkten Bezug zu ihren verschiedenen Wohnorten, es sind Collagen aus Landkarten und persönlichen Versatzstücken – eine Reise durch das Leben mit seinen Erinnerungen und Begegnungen.
Bei der Begrüßung der zahlreichen Vernissagegäste bedankte sich Albrecht Braun auch im Namen von Lena Röth für die zahlreichen Gläser mit Eingewecktem die von Bürgern aus den umliegenden Gemeinden und Städten für die Installation „Bauabschnitt“ zur Verfügung gestellt wurden und die Installation überhaupt erst ermöglichten.
Die Ausstellung in Amstetten ist noch bis zum 14.10.2010 geöffnet
Montag bis Donnerstag | von 8.00 - 17.00 Uhr |