Beton- und Naturwerkstein - Mut zu neuen Wegen
Auch das zweite Kundenseminar von braun – Ideen aus Stein ist nicht zuletzt dank der sorgfältig ausgewählten Themen und Referenten wieder ein voller Erfolg geworden. Knapp 300 Teilnehmer, gut gemischt aus dem Garten- und Landschaftsbau und dem Baustoff-Fachhandel, waren auf Einladung des Unternehmens ins Edwin-Scharff-Haus nach Neu-Ulm zum Teil von weither angereist, um sich über den aktuellen Stand der Diskussion bei Natur- und Betonwerkstoffen und neue Produkte auf dem Markt zu informieren
Gastgeber Albrecht Braun nahm die Gelegenheit wahr, in seiner Begrüßung angesichts der von allen Seiten beschworenen Krisensituation in der Wirtschaft vor einer Dramatisierung zu warnen. Es sei zwar Vorsicht geboten, doch jeder sollte seine eigene Einschätzung zum Maßstab des Handelns machen, nicht vom Wege mutiger Innovationen abweichen und weiter auf Qualität und Marktstärke bauen.
In einem ersten Referat setzte sich sodann Dr. Ralf Kownatzki, geschäftsführender Gesellschafter des Beratungs- und Sachverständigenunternehmens Rock und Mineral Consulting (RMC), Herzogenaurath, mit Fragen rund um das Thema „Qualitätskriterien für Platten und Pflaster aus Beton- und Naturwerkstein“ auseinander. Eine vergleichende Darstellung beider Werkstoffe wollte Kownatzki nicht bieten, dafür jedoch die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer auf unterschiedliche Eigenschaften, technische Möglichkeiten und deren Rolle bei verschiedensten Anwendungen lenken.
In einem weiteren Seminarbeitrag gelang dem oberschwäbischen Personaltrainer Johannes Warth, Mitbegründer der Trainment Gesellschaft für Personalentwicklung mbH (Berlin) eine ganz besondere Vorbereitung der Zuhörer auf die für 2009 prognostizierte Wirtschaftskrise in Deutschland. Sein Erfolgsgeheimnis heißt „Mut tut gut“. Warth, nach eigner Darstellung eine Art professioneller „Ermutiger“, buchstabiert sein Rezept mit drei Grundregeln der Reaktion auf künftige krisenhafte Situationen. „M“entale Vorbereitung statt zu spät kommendem Nachdenken, vorzeitig etwas dagegen „u“nternehmen und mutiges Handeln „t“rainieren. Seine lockere, zum Teil von eindrucksvollen zirzensischen Demonstrationen begleitete Analyse der verschiedenen Mutformen wie Frohmut, Wagemut, Freimut oder Edelmut fand bei den Zuhörern anhaltenden Beifall und regte viele wohl auch zum Nachdenken über eigene Einstellungen zu alltäglichen Situationen an.Begleitet wurde das Seminar zudem von einer Hausmesse des Veranstalters, auf der eine Auswahl der Produkt-Neuheiten 2009 sowie die Gestaltungs-Systeme ARENA und SANTURO im Vordergrund standen. Helmut Strahl, GartenAkzente Strahl GmbH (Lindenberg) und Andreas Fiedler (braun – Ideen aus Stein) hatten die Teilnehmer zuvor in einem Vortrag mit den Systemen bekannt gemacht.
Er räumte ein, dass das Risiko, mit Naturwerksteinen „etwas falsch zu machen“, wegen der großen Bandbreite nicht oder nur schwer beeinflussbarer Eigenschaften größer sei als bei Betonwerksteinen, die bereits nach vorgegebenen Normen produziert werden. „Ein Naturwerkstein aber ist in der Regel nur so gut, wie man ihn einsetzt und was man über ihn weiß“. Dennoch gebe es erkennbare Qualitätskriterien, für beide Werksteine, die bei Nichtbeachtung zu vergleichbaren Schäden führen.
Nicht nur die Gesteinseigenschaften und das Einsatzgebiet im Innen- oder Außenbereich, sondern vor allem die Nutzungsbedingungen seien häufig bei Schadenfällen entscheidend. Der im Außenbereich eingesetzte Naturwerkstein spiele allerdings nach eigenen Untersuchungen mit nur 10 Prozent Anteil eine eher untergeordnete Rolle. Hauptsächlich, so Kownatzki, seien es verlegespezifische Gründe (60 Prozent), die zu Schäden führen. Oberflächenspezifische Ursachen (20 Prozent) und mechanische Einwirkungen (10 Prozent) liegen ebenfalls dahinter.
Für den Betonwerkstein sieht Kownatzki in der Zukunft noch Handlungsbedarf. Unter anderem empfiehlt er eine Klassifizierung nach produktspezifischen Möglichkeiten, eine gebrauchsspezifische Klassifikation sowie die Charakterisierung besonders hochwertiger Produkte. Für den Naturstein fordert er unter anderem im Rahmen einer Bauproduktenrichtlinie das CE-Kennzeichen als Voraussetzung dafür, dass die Produkte in den Verkehr gebracht werden können.