Mit Buchstaben spielen

Renate Wiedemann in der SteinGalerie
Amstetten
- Ein höchst phantasievolles Spiel mit Buchstaben treibt die Berliner Künstlerin Renate Wiedemann derzeit in der SteinGalerie in Amstetten. Bis zum 13. Oktober ist die Ausstellung im Haus von braun – Ideen aus Stein geöffnet.
Die Ausstellung „buchstäblich“ zeigt indes nur ein Ausschnitt aus dem breiten Arbeitsspektrum der Künstlerin, das, wie Prof. Nicolas Fritz von der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart bei der Vernissage der Ausstellung erläuterte, sehr viel breiter angelegt ist. Als roter Faden zieht sich durch das Gesamtwerk der gelernten Steinmetzin durchgehend die Auseinandersetzung mit dem Phänomen Raum in allen seinen Dimensionen, einschließlich der Dimension Zeit. Alltägliche, zufällig ausgewählte Objekte werden in den Raum gestellt und durch die Künstlerin verformt. Die Umsetzung von Unsichtbarem ins Sichtbare, so Fritz,  bildet dabei den kreativen und spontanen Akt und schafft das Besondere der Arbeiten von Renate Wiedemann.
Auch die gezielte Auswahl der Werke in der SteinGalerie folgt diesem Prinzip: Ein zarter aus Buchstaben gebildeter durchsichtiger Vorhang als Trennwand im Raum, die als durchsichtige Sprachbarriere sowohl Transparenz als auch Gegensätze mit ihren beiden Seiten in schwarz bzw. weiß schafft und mit der Bewegung im Raum ständige Veränderungen installiert. Oder ein leicht gewölbtes Flachkissen mit filigranen Einprägungen von Lettern, die eine fließende Bewegung vortäuschen.
Renate Wiedemann war 1999 in Ulm die erste Preisträgerin bei der Premiere des von braun – Ideen aus Stein initiierten und geförderten Wettbewerbs „Artist at Work“ für Nachwuchskünstler. Sie arbeitet seitdem als freie Künstlerin in der Bundeshauptstadt. Ihre Arbeiten, die vielfach auch schon auf Ausstellungen im Ausland zu sehen waren, wurden mit mehreren weiteren Preisen bedacht, darunter ein 2. Preis bei einem Entwurfsseminar am Bauhaus Dessau. Renate Wiedemann wurde gefördert mit  einem Stipendium der Studienförderung Cusanuswerk, einem Erasmus-Stipendium für die École des Beaux Art in Bordeaux, einem DAAD-Stipendium für ein Projekt in Venedig und einem Stipendium des Künstlerhauses Kloster Cismar. 
Die Ausstellung bei braun – Ideen aus Stein bildet zugleich den Einstieg in den in „SteineTreff“ umbenannten und völlig neu gestalteten Mustergarten am Stammsitz des Unternehmens in Amstetten.