Johannes Pfeiffer – ein Ulmer Künstler findet seinen Weg
Lanzo Torinese - Sein Lebensmittelpunkt liegt seit vielen Jahren schon in Italien. Doch Deutschland ist neben der Wahlheimat im Süden, die schon so viele Künstler anzog und inspirierte, für den in Ulm geborenen Johannes Pfeiffer das wichtigste Forum für die Präsentation seiner Arbeiten.
Pfeiffer, der auch für braun – Ideen aus Stein eine limitierte Edition einer Kleinplastik aus Beton und Stahl mit dem Titel „Die Leichtigkeit des Betons” (Bild rechts) schuf, ist, wie es eine kundige Betrachterin einmal formulierte, „kein Bildhauer im traditionellen Sinn, vielmehr ein plastisch und räumlich, eben dreidimensional orientierter Objektkünstler” (Birgit Nachtweih, 2004). Seine Installationen stützen sich zumeist auf Materialien wie Ziegel und Seile oder Schnüre, aber auch auf Marmor und Beton oder z.B. verkohlte Baumstämme.
Dabei spielt immer der Ort, an dem er sein Werk installiert, eine wichtige Rolle. Denn Pfeiffer bezieht den Raum in vielfältigen Perspektiven, sei es in historischer, architektonischer oder spiritueller Sicht, in die künstlerische Betrachtung und Umsetzung mit ein. In diesen Dialog eingeschlossen bleiben immer auch Natur und Mensch. Dynamik und Spannung erhalten die Werke aus der phantasievollen Verbindung von Dokument und Inszenierung. Eine klare Interpretation ist nicht möglich, denn Pfeiffers Gebilde haben keine formale Basis, sondern bieten vielmehr breiten Raum für spekulative Annahmen über verborgene Mysterien.
Pfeiffer, ein diplomierter Betriebswirt, der auch Jura studiert hat, wandte sich 1983 nach einer Italien-Reise der Bildhauerei zu, absolvierte Studien an Kunstakademien in Rom und Carrara und ließ sich während der schweren Aufbaujahre zunächst in dem kleinen italienischen Bergdorf Monteggiori oberhalb von Pietrasanta nieder, bevor er in die Nähe von Turin umsiedelte. Heute gehört Pfeiffer zu den anerkannten Künstlern vor allem in Deutschland und Italien.