3. SteinAkademie - Qualität durch Fachwissen

Ohne Erfahrungsaustausch kein entscheidender Fortschritt
Neu-Ulm
- Zum dritten Mal trafen sich Garten- und Landschaftsbauer sowie Baustofffachhändler aus dem süddeutschen Raum bei der von braun - Ideen aus Stein veranstalteten "SteinAkademie", um Informationen über neue Trends in der Branche aufzunehmen und Erfahrungen auszutauschen. Leitmotiv des Treffens im Neu-Ulmer Edwin-Scharff-Haus: Qualität durch Fachwissen.

Es solle symbolisieren, so Gastgeber Albrecht Braun, geschäftsführender Gesellschafter von braun - Ideen aus Stein in seiner Begrüßung der rund 250 Teilnehmer, dass ohne fachliche Weiterbildung und Information die Qualitätsentwicklung stockt. Tägliches Lernen und Offenheit gegenüber neuen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Praxis müsse daher auch gestandenen Praktikern mehr denn je bewusst gemacht werden, um das sich abzeichnende Wachstum im Gartenbereich kreativ nutzen zu können (siehe auch Randsteinnotizen: "Gerüstet für den Qualitätswettbewerb").
Das Themenspektrum der Veranstaltung barg denn auch vor allem Anregungen für die gestalterische Planung und professionelle Umsetzung, es umfasste wichtige Hinweise zur Angebotsabgabe und vor allem Erkenntnisse über die Vermeidung von Schäden. Aber auch neue Produkt-Ideen für die Verarbeiter von Steinmaterialien wurden von Andreas Fiedler von braun - Ideen aus Stein vorgestellt.
Landschaftsarchitektin BDLA/ DGGL Brigitte Röde vom Kölner Planungsbüro Garten und Landschaft zeigte aktuelle Trends im Gartenbau auf (siehe auch Interview auf Seite 2 dieses "Meilensteins"). Als Modeerscheinung beschrieb sie zwar die Verwendung außergewöhnlicher und in Freianlagen herkömmlich eher selten, aber neuerdings zusehends mehr eingesetzter Materialien, darunter auch Beton. Durch seine Vielseitigkeit eröffne jedoch gerade dieses Material auch in Kombination mit Natursteinen einen breiten Spielraum für eine ideenreiche Gestaltung und sei daher der Aufmerksamkeit der Garten- und Landschaftsgestalter besonders zu empfehlen.

Referenten mit ihrem Gastgeber: Dipl.-Ing. (FH) Alexander Mohrenweiser,
Dipl.-Ing. Brigitte Röde, Dipl.-Kfm. Albrecht Braun, Dipl.-Ing. Jürgen Kindl, Andreas Fiedler
Eine besonders lebhafte Diskussion entzündete sich zum Thema Vergaberecht in Deutschland, dessen "Fußangeln und Stolpersteine" der Leiter des Referats für Verdingungs- und Vertragswesen bei der Oberfinanzdirektion Stuttgart, Dipl.-Ing. Jürgen Kindl, schilderte. Fazit des couragierten Disputs, den Teilnehmer mit dem Referenten führten: Das deutsche Vergaberecht muss im Interesse aller Beteiligten und vor dem Hintergrund abweichender und auch klarerer EU-Regelungen grundlegend überarbeitet und vereinfacht werden.
Kaum weniger turbulent gestaltete sich der Dialog zwischen dem Auditorium und Dipl.-Ing. (FH) Alexander Mohrenweiser, freier Garten- und Landschaftsarchitekt BDLA aus Leinfelden-Echterdingen. Sein Credo als Sachverständiger bei Bauschäden überzeugte eigentlich alle: Schäden vermeiden ist immer besser als sie beheben zu müssen. Doch Konflikte sind zumeist vorprogrammiert, so mancher davon zwischen Hochbau- und Landschaftsarchitekt, wenn es zum Beispiel um Wasserschäden an Gebäuden geht ("Hier beginnt oft der Pfusch"), die auf mangelhafte Hausabdichtungen zurückzuführen sind: "Lassen Sie den Hochbaukollegen nicht aus seiner Verantwortung, sonst sind am Ende Sie in der Pflicht bei der Mängelbeseitigung", empfahl Mohrenweiser seinen Zuhörern.