Kunst auf Straßenpflaster in Ulm

Mit der Aktion "Kunst auf Straßenpflaster" versucht braun - Ideen aus Stein (Amstetten/Tübingen) bereits seit geraumer Zeit eine in der Szene eher stiefmütterlich behandelte Kunstgattung aufzuwerten und ihr neues Leben einzuhauchen. In Ulm bewiesen jetzt 30 junge Kunststudenten von deutschen und österreichischen Hochschulen sowie Oberstufenschüler regionaler Gymnasien, dass kreative Straßenpflasterkunst weit über die schlichte Reproduktion eines Mona-Lisa-Lächelns auf Gehwegsteinen oder die Niederschrift umstrittener Grafitti-Hyroglyphen an tristen Mauern hinausgeht.

Die von braun initiierte, von mehreren Sponsoren aus der Wirtschaft mitgetragene und von der Ulmer Kunststiftung "pro arte" veranstaltete Aktion in der Ulmer Innenstadt, erwies sich dank des großen Interesses der Passanten, die mit den jungen Künstlern in einen zum Teil sehr intensiven Dialog traten, als voller Erfolg. Braun hatte bereits vor einigen Jahren zwei vergleichbare Veranstaltungen in der Bodenseestadt Konstanz ins Leben gerufen. Erstmals fand der Wettbewerb jetzt in Ulm statt.
Eine Jury unter dem Vorsitz des Ulmer Design-Professors Rido Busse, der als Vater des jährlich vergebenen Anti-Preises "Plagiarius" für Nachahmer industrieller Produkte bereits bundesweit bekannt wurde, hatte aus über 40 Bewerbungen 30 Entwürfe (von 11 Schülern und 19 Studenten) ausgewählt und zum Wettbewerb zugelassen. Sie vergab schließlich in den beiden Bewerber-Kategorien insgesamt neun Geldpreise, die sich zusammen mit dem allen Teilnehmern überreichten "Sackgeld" auf knapp 6000 Euro summierten.

Erste Preise gingen an die in Saarbrücken studierende Südkoreanerin Yoonhee Ryu für die Installation "Sie können sich frei legen", die in einem farbigen Rahmen eine gepolsterte Decke auslegte, auf der sich Passanten tatsächlich auch ausruhen durften, sowie an die Kunststudentin Eva-Maria Kupfer von der Fachhochschule Nürnberg, die mit ihren zeichnerischen wie kreativen Qualitäten den Beifall der Jury fand. Ihr Motiv auf dem für jeden Teilnehmer auf 2 x 2 Meter begrenzten Straßenpflaster: eine auf dem Rücken liegende tote Ratte, der Blut aus der Nase floss. Bei den Schülern fiel der ungeteilte erste Preis für die Arbeit "Covered", an Jana Segmehl, die am Schubarth-Gymnasium in Ulm den Kunstzug besucht.

Sponsoren des Wettbewerbs waren neben dem Initiator und dem Veranstalter die Ulmer Brauerei Gold Ochsen, die Sparkasse Ulm, die Südwest Presse Ulm, die Ulmer City und die Südzement Marketing GmbH.